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Geschichte

Geschichte

Zur Geschichte des Schuppenpanzers:

Diese Art des Körperpanzers läßt sich bis ins frühe Christentum zurück verfolgen vom mittleren Osten, Asien und Europa .

 

 
Das erste Buch Samuel:
 
Davids Sieg über Goliath.
Kapitel 17
17,4 Und ein Vorkämpfer trat aus den Lagern der Philister heraus, sein Name war Goliath, aus Gat; seine Größe war sechs Ellen und eine Spanne.
17,5 Und er hatte einen bronzenen Helm auf seinem Kopf und war mit einem Schuppenpanzer bekleidet. Das Gewicht des Panzers betrug 5 000 Schekel Bronze.
17,6 Und er hatte bronzene Schienen an seinen Beinen und ein bronzenes Krummschwert auf seiner Schulter.
17,7 Und der Schaft seines Speeres war wie ein Weberbaum, und die Spitze seines Speeres [wog] sechshundert Schekel Eisen. Und der Schildträger ging vor ihm her. 
 
 

 
Der Ritter:
 
Die Panzerreiter waren schwergerüstete Kavallerie. Ihre Ausrüstung bestand aus einem Schuppenpanzer, der den Torso wie Oberarme und -beine bedeckte, einem Spangenhelm und einem Holz- oder Lederschild. In seltenen Fällen besaß er noch eherne Beinschienen. Als Waffen führte er die Lanze und das fränkische Langschwert, eine Besonderheit der hohen Waffenschmiedekunst der Franken und sehr begehrt in ganz Europa, mit sich. Außerdem gaben der fränkische Sattel und Steigbügel dem schwergepanzerten Reiter mehr Halt im Kampf sowie beim Reiten. Der Schuppenpanzer, auch Bruenne genannt, bestand aus einer Ledertunika, auf welcher, wie bei einem Fisch schuppenartig kleine, eiserne Plättchen befestigt waren. Der Schuppenpanzer schützte seinen Träger gegen Pfeile, Speere und sogar gegen schwächere Schwerthiebe. Er ließ nicht soviel Bewegungsfreiheit wie das von den Rittern später benutzte Kettenhemd. Dieser Panzer war so kostbar, daß zu manchen Zeiten die Ausfuhr verboten war. So hatte man nun den arabischen Reiterheeren eine eigene schlagkräftige Reiterarmee entgegenzuhalten. Ausserdem war der Grundstein für das spätere Rittertum gelegt.
 
 

 
 
Römische Legionäre:
 
Die Lorica der römischen Legionäre
Lorica ( lat. Panzer; Brustwehr ) ist die lateinische Bezeichnung für einen Lederkoller, der beim römischen Heer noch während der Kaiserzeit Verwendung fand. Vom Centurio bis hin zum Kaiser wurde diese Form der Panzerung getragen. So wurde der Lorica zum Sinnbild der Legionärsrüstung der Römer. Der Grundaufbau der Metall-Lorica war folgender: Auf einem Lederkoller von ca. 2,0 bis 2,5 mm Stärke oder einem mit Stroh gefüllten Kissen wurden die Metallteile aufgenietet oder mit Lederriemen bzw. Draht aufgebunden. Auch der aus vielen Filmen bekannte Muskelpanzer hatte ein Lederkoller als Unterbau. Doch auch wenn in den Filmen oft Muskelpanzer aus Leder gezeigt werden, so ist es wahrscheinlicher, daß nur Muskelpanzer aus Metall getragen worden sind. Auch der den Oberkörper bedeckende Muskelpanzer hatte einen Lederkoller oder ein mit Stroh gefülltes Leinenkissen als Unterbau. Für die aus vielen Spielfilmen bekannten Muskelpanzer, die vollständig aus Leder bestanden, gibt es keine archäologischen Zeugnisse.
Abgesehen vom Muskelpanzer unterscheidet man drei Grundtypen der Metall-Lorica:
1.) Lorica segmentata: Ein Schienenpanzer, der von den Legionären getragen wurde. Von der Hüfte bis zu der Achselhöhle besteht der Panzer aus drei bis acht Blechstreifen, die horizontal von oben nach unten übergreifend auf dem Lederkoller befestigt sind. Jeder Streifen besteht aus zwei Schienen welche auf der Brust durch Haken oder Schnallen und Riemen oder Scharniere auf dem Rücken zusammengehalten werden. Über die Schultern werden drei bis sechs Belchstreifen gelegt und an Brust und Rücken befestigt. Die restlichen freien Stellen des Oberkörpers werden durch den Lederkoller geschützt, der manchmal mit zusätzlichen rechteckigen Metallplatten verstärkt wird.
2.)a] Lorica squamata: Der Schuppenpanzer reicht bis zur Mitte der Oberschenkel (1.Jh. n. Chr.) oder schließt in Hüfthöhe gerade ab (2. Jh. n. Chr.). Er besitzt Schulterklappen und einen runden Halsausschnitt sowie kurze Arme. An den Enden der Arme und dem unteren Rand werden sie von Lederstreifen begrenzt. Die rechteckigen Schuppen sind aus Eisen oder Bronze und zwischen 1,5 und 1,8 mm stark. Die schmale, untere Seite der Rechtecke ist abgerundet oder läuft spitz zu (vergleichbar mit einer Fischschuppe, lat. squamae ). Die Schuppen werden an den Längsseiten mit Draht miteinander verbunden. Ein Loch in der Oberseite der Schuppe dient zur Befestigung am Unterfutter, welches meist aus einem mit Stroh gefüllten Kissen besteht. Selten wird Leder als Unterbau verwendet. Der ca. 13 kg schwere Panzer wird wie ein Rock angezogen und auf dem Rücken verschnallt. 
2.)b]Lorica plumata : Dieser Schuppenpanzer unterscheidet sich nur durch die Form der Schuppen von der Lorica squamata. Seine Schuppen laufen an der unteren Schmalseite nicht spitz bzw. rund zu, sondern haben einen senkrechten Mittelgrat wie Vogelfeden ( let. plumae). Die sonstige Bauweise ist identisch mit der Lorica squamata.
 
Quelle: Harry Kühnel, Bildwörtebuch der Kleidung und Rüstung,
 
1992 im Alfred Kröner Verlag Stuttgart
Verfasst von: Ingo Thomas
 
 

 

Der Yoroi - Die Samurairüstung


Die Samurairüstung ist neben den Schwertern, das Paradestück des Samuraikultes. Die Yoroirüstungen unterschieden sich jedoch stark von diesen europäischen Rüstungen. Die Hauptunterscheidungsmerkmale waren die Gelenke und Vielfach-Platten, welche übereinander genäht wurden. Auch gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen japanischen Rüstungen. Rüstungen, welche in Kriegszeiten angefertigt wurden, waren vielfach schmucklos, dafür sehr stabil. Bei Rüstungen aus Friedenszeit steht der Prunk im Vordergrund.  Die Dolmenfunde beweisen jedoch, daß es bereits damals schmiedeeiserne Rüstungen gab, die sich jedoch in Form und Art von den späteren unterschieden. Die vorrangige Pflicht eines Kriegers war zwar der Schlachttod im Dienst seines Herren, doch waren die japanischen Ritter, vorsichtig genug, eine komplizierte und flexible, aber sehr zweckmäßige Rüstung anzulegen, die genügend Schutz gegen Schwert, Pfeil, Lanze, und sogar Geschosse der mittelalterlichen Luntengewehre bot sowie dem Träger eine möglichst große Behendigkeit zu Fuß oder zu Pferd gewährte. Das Anlegen einer solchen Rüstung war umständlich und zeitraubend, denn der Samurai mußte zuvor noch verschiedene Unterkleider sowie einen Kimono aus feinem Leinen oder Brokat und eine weite Hose anlegen, die als Polster für die eigentliche Rüstung dienten. Die Unterbekleidung bestand aus einem Lendentuch (Fundo-shi), das latzartig auch die Brust bedeckte. Hierauf folgte ein mit einem kurzärmligen Kimono, auch Shitagi (Waffenrock) genannt, der mit einem besonderen Knoten des Obi (Gürtel) um die Taille gegürtet wurde. Über den Kimono wurde eine weite Hose (Kobakama) getragen, die den Beinen des Kriegers die notwendige Bewegungsfreiheit ließ. Die kräftigen Beinschienen (Suneate) waren aus Leder gefertigt und mit eisernen Bändern verstärkt, um vor Hieben von vorn zu schützen. Die abnehmbaren Oberschenkelpanzer (Kusazuri), welche der Samurai zu Pferd trug, wurden rasch abgelegt, sobald der Ritter schnell laufen mußte. Obwohl der Krieger unnachgiebig geschult wurde, beruhte seine Kampfweise auf dem Prinzip der bewußt angewandten Nachgiebigkeit, eine Technik, die dem von Jugend an geübten Taijutsu ähnelte. Das gleiche Prinzip bestimmte die Konstruktion japanischer Rüstungen, die ihren Träger nicht durch ihre stählerne Masse, sondern durch ihre Elastizität schützten. Anders als die Ritterrüstungen Europas bestand die japanische Rüstung aus kleinen, lackierten Stahlstreifen, die durch Kupferringe oder dicke Seidenkordeln miteinander verbunden waren. Das Ergebnis war ein Metallgewebe, ebenso flexibel wie die europäischen Kettenpanzer, jedoch wesentlich widerstandsfähiger. Die Farbe der Seidenkordeln war von großer Bedeutung, denn die großen und mächtigen Sippen wählten für ihre Parteiträger eine bestimmte Farbe (die Fujiwara: grün; die Tachibana: gelb; die Taira: rot; die Minamoto und Tokugawa: weiß; die kaiserliche Farbe war violett). Die japanische Rüstung hatte, von der Elastizität abgesehen, noch den Vorteil, dass sie nur etwa fünfundzwanzig Pfund (12-13 Kilo) wog und ihrem Träger jede Bewegungsfreiheit ließ, die er benötigte, um im Sturmschritt angreifen oder steile Burgwälle erklettern zu können. Sobald die Rüstung nicht mehr gebraucht wurde, konnte sie zusammengefaltet in einer handlichen Kiste verpackt werden. Bei Beschädigung brauchte man nur neue Lamellen einzuflechten, Die Armschienen (Kote) mit den Panzerhandschuhen bestanden aus einem Kettengeflecht japanischer Machart und auf Tuch genähten Eisenstreifen, Die metallbeschlagenen Ärmel eines Kriegsherrn waren meist ziseliert und vergoldet. Der Rumpfharnisch (Do) und das die Hüften schützende Panzerhemd (Haidate) waren aus Eisenlamelen gefertigt. Die breiten Schulterstücke (Sode) aus Lamellengeflecht hingen wie riesige Epauletten über der Schulterpartie des Rumpfpanzers. Der eiserne Halsschutz (Nodowa) mit dem metallen Latz verlieh dem Krieger zusätzlichen Schutz und bewahrte ihn vor der Enthauptung. Da im Einzelkampf die Krieger nach den Köpfen ihrer Gegner trachteten, veranlaßte dieser blutige Brauch die Krieger, ihren Hals und Kopf besonders sorgfältig zu schützen, um sich nicht dem Risiko einer Köpfung auszusetzen. Als nächstes setzte der Krieger eine aus langen Stoffstreifen gewundene Baumwollkappe (Hachimaki) auf, die als Polster unter dem schweren Eisenhelm fungierte. Anschließend bedeckte er sein Gesicht mit dem Helmvisier (Hoate), welche das Gesicht vom Kinn bis zu den Augen schützte und meist mit deinem abnehmbaren Schutz für die Nase versehen war. Vom 12. Jahrhundert an wurden nur noch Masken getragen, die Stirn und Schläfen schützten. Diese Masken zeigten brutale und wilde Gesichtsausdrücke, um den Gegner zu erschrecken, und waren aufgrund des lackierten Eisenblechs so widerstandsfähig, daß sich daran sogar eine Lanzenspitze verbog. Die grimmig aussehende Gesichtsmaske war nicht nur mit beweglichen Nasen- und Mundstücken versehen, sondern auch die Augen waren durch vorstehende Schutzstücke gesichert. Später kam die Halbmaske auf, welche meist mit einem Schnurrbart verziert war; denn im Gegensatz zu den bärtigen Koreanern trugen die Japaner das Gesicht glatt rasiert und betrachteten diese als bärtige Wilde. Somit hatte der falsche Schnurrbart am Mundvisier ebenfalls den Zweck, der Halbmaske ein furchterregendes Aussehen zu geben. Außer dem veralteten Helmvisier (Hoate) waren also folgende Variationen im Gebrauch: Mempo, die das Gesicht bedeckende Maske; Saburo, die nur Kinn und Wangen schützende Halbmaske mit falschem Schnurrbart; und Tsubamegata; der einfache Kinnschutz. Den Abschluß der japanischen Rüstung bildetet der Helm (Kabuto). Die alten Helme bestanden aus einer mit Hirschleder gefütterten Eisenkappe (Hachi). Daran war ein Ringkragen aus mehreren Reihen von eisernen, panzerhemdartig verketteten Ringen oder aus Schuppen befestigt, der weit über den Rücken und die Schultern herabfiel. Je nach Anzahl der Schuppenreihen dieses Nackenschutzes (Shikoro) wurde der Helm entweder Sanmai-kabuto (Dreifacher) oder Go-mai-kabuto (Fünffacher) genannt. 
 

Und wenn sie nicht gestorben sind dann schuppen sie noch heute !!!